Wann die Weisheitszähne raus müssen

Wann eine Weisheitszahn-Operation erforderlich ist, wie diese in der Regel abläuft und welche Möglichkeiten Patienten haben erklären wir Ihnen im Folgenden.

Meist bemerken wir sie durch ein plötzliches Druckgefühl im Kiefer oder durch unser stark gerötetes, angeschwollenes Zahnfleisch, kurz bevor sie durchbrechen. Die Rede ist von unseren Weisheitszähnen. Diese typischen Symptome des Zahnens für die letzten fehlenden Zähne in unserem Gebiss treten bei den meisten Menschen zwischen dem 18. und 25. Lebensjahr auf. Manchen bleiben sie sogar gänzlich erspart. Denn rein biologisch betrachtet sind unsere Weisheitszähne ein Auslaufmodell der Natur und bei manchen Menschen genetisch schon gar nicht mehr angelegt.

Für diejenigen unter uns, die sie jedoch noch bekommen, bedeuten sie oftmals Schmerzen und einen notwendigen kieferchirurgischen oder kieferorthopädischen Eingriff. Nicht selten leiden Betroffene im Nachhinein an einer Zahnfehlstellung, die nicht nur aus ästhetischen Gründen als störend wahrgenommen wird, sondern auch die Mundgesundheit negativ beeinträchtigt. Eine Zahnspange für Erwachsene ist dann oft der nächste Schritt – oder?

Muss ich meine Weisheitszähne ziehen lassen?

Wann eine Weisheitszahn-Operation erforderlich ist, wie diese in der Regel abläuft und welche Möglichkeiten Patienten haben, deren Zahnstellung sich bereits unweigerlich verschoben hat, erklären wir Ihnen im Folgenden.

Tipp der Redaktion: Ihre Weisheitszähne wurden bereits entfernt, jedoch sind die Zähne nun schief? Unsere unsichtbaren Zahnschienen korrigieren Ihre Zahnfehlstellung sicher, sanft und nach einer Behandlungsdauer von durchschnittlich sechs Monaten. Und das Beste: Sie sind so diskret, dass sie niemandem auffallen.

Rund eine Million Weisheitszahn-Operationen pro Jahr

Alleine in Deutschland gehört das Ziehen der Weisheitszähne zu den am häufigsten durchgeführten zahnmedizinischen Eingriffen. Experten schätzen, dass hierzulande mehr als eine Million Operationen pro Jahr stattfinden. Doch weshalb raten die Ärzte so oft dazu, die sogenannten Achter entfernen zu lassen?

Zahnschmerzen durch Weisheitszähne

Weisheitszähne sind zusätzlich zu den sieben regulären Zähnen in jedem Quadranten unseres Kiefers an letzter Stelle angelegt. Als Relikt aus der Steinzeit waren sie von der Evolution ursprünglich dazu gedacht, bereits ausgefallene Zähne zu ersetzen und deren Funktion zu übernehmen. Durch die heutige Zeit, in der sich unsere Lebensumstände um ein Vielfaches verbessert haben, verlieren wir nur in seltenen Fällen Zähne. Außerdem hat sich das menschliche Gebiss durch unsere veränderte Ernährung so weit zurückgebildet, dass für die Nachrücker-Zähne oftmals kein Platz mehr bleibt. Die Folge: Die Weisheitszähne drücken gegen die benachbarten Backenzähne, gegen den Knochen und gegen das Zahnfleisch, das aufplatzt und sich dann entzündet. 

Weisheitszähne: Anzeichen dass sie raus müssen

Sind Zähne nicht kariös oder beschädigt, sollte man sie in der Regel erhalten. Wenn die Achter jedoch die Ursache für andauernde Entzündungen sind, wenn sie schräg liegen oder ganz beziehungsweise teilweise im Kiefer eingeschlossen sind (retiniert), muss der medizinische Rat eines Arztes hinzugezogen werden. Hinzu kommt, dass anhaltender Druck im Kiefer mittelfristig zu Zahnengstand führen kann. Schiefe Zähne, Verschachtelungen und auch eine erschwerte Mundhygiene sind die Spätfolge.

Eine operative Entfernung ist ratsam, wenn:

  • Der Kiefer zu klein ist

  • Komplikationen wahrscheinlich sind

  • Nerven, Zahnwurzeln und Nachbarzähne beschädigt werden

  • Karies vorliegt

  • Entzündungen nicht abklingen

  • Eine Retention vorliegt (d.h. der Achter in Schieflage kommt)

Weisheitszahn-Operation: Dauer, Ablauf und Kosten

Im Gegensatz zum restlichen Gebiss sind Weisheitszähne um einiges fester im Kieferknochen verankert und zeichnen sich durch eine stark verästelte Wurzel aus. In den meisten Fällen kann daher der operative Eingriff nur von einem Oral- oder Kieferchirurgen durchgeführt werden.

Ist der Zahn komplett durchgebrochen, wird er gezogen. Bei Schräglage oder wenn der Zahn noch nicht komplett herausragt, muss vor der Entfernung das Zahnfleisch und der Knochen abgetragen werden. Je nach Schweregrad entscheidet der Arzt, ob hierbei eine örtliche Betäubung ausreichend ist. Bei besonders schmerzempfindlichen Patienten empfiehlt sich jedoch eine Kurznarkose.

In der Regel dauert der bloße Eingriff dabei nicht länger als 20 bis 60 Minuten (abhängig von der Anzahl der zu ziehenden Zähne) plus zwei bis drei Stunden im Aufwachraum nach der Narkose. Der Patient muss außerdem vorab mit dem Arzt abklären, ob alle vier Zähne gleichzeitig gezogen werden sollen oder ob man den Eingriff auf zwei Sitzungen verteilt.

Die Kosten dafür übernehmen in der Regel die gesetzlichen Krankenkassen. Fällt jedoch bei Angstpatienten und Co. eine Vollnarkose oder eine Lachgas-Behandlung an, sollte vorab geklärt werden, ob die Kasse auch hier für eine Kostenübernahme bereit ist. 

Was passiert nach der Operation?

Die Schmerzen nach dem Eingriff ebben meist schon nach ein bis zwei Wochen ab, abhängig davon, wie gut die offene Wunde verheilt. Danach sollten Sie keinerlei Schmerzen mehr haben und eine deutliche Druckentlastung im Mundraum spüren.

Damit der Heilungsprozess schnell und ohne Komplikationen voranschreitet, sollten Sie Folgendes beachten:

  • Verzichten Sie für die ersten 24 Stunden auf Milchprodukte

  • Stellen Sie für mindestens 24 Stunden das Rauchen ein

  • Trinken Sie in den ersten vier Tagen keinen Alkohol

  • Treiben Sie in der ersten Woche keinen Sport

  • Leistungssport und Wettkämpfe sollten Sie für sechs Wochen pausieren

Erst nachdem alle Wunden abgeheilt sind, kann die kieferorthopädische Behandlung zur Korrektur der schief stehenden Zähne erfolgen. 

Sind die Weisheitszähne schuld an schiefen Zähnen?

Tatsächlich herrscht in der Zahnmedizin Uneinigkeit, ob die Weisheitszähne allein dafür verantwortlich sind, dass unsere benachbarten Zähne wandern und sich verschieben.

Zahnwanderung im Frontzahnbereich treten häufig in der Mitte bis Ende des zweiten Lebensjahrzehnts auf. Etwa zur selben Zeit, in der sich auch die Weisheitszähne bemerkbar machen. Dass viele Betroffene einen Zusammenhang zwischen beiden Ereignissen sehen, ist also naheliegend. Wissenschaftlich nachgewiesen wurde es jedoch nie und beide Lager haben ihre eigenen Studien und kamen zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen.

Was kann ich tun, wenn sich meine Zähne schon verschoben haben?

Sind die die Zähne erst einmal aus der Reihe, hilft nur noch ein kieferorthopädischer Eingriff. Nicht immer muss dies jedoch in Form einer festen Zahnspange stattfinden. Dank modernster Dental-Technik bieten sich vor allem bei leichten und mittelschweren Zahnfehlstellungen sanftere und weniger kostenintensive Behandlungsmethoden wie die unsichtbaren Zahnschienen an.

Diese sind einerseits im direkten Vergleich zur geklebten Zahnspange viel unauffälliger. Andererseits lassen sich die herausnehmbaren Zahnschienen, auch Aligner genannt, problemlos in den Alltag integrieren, wie die vielen Bewertungen und Erfahrungsberichte unserer Patienten beweisen.

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